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ANINOVA liegen erschütternde Bilder vor: Rund 6.000 Puten nach Vogelgrippe-Ausbruch in Dornum getötet

A ANINOVA e.V. (vormals Deutsches Tierschutzbüro e.V.) 5 Min. Lesezeit · 1.007 Wörter · 45 Aufrufe

Fotos und Videos zeigen Verladung toter Puten in Ostfriesland - Tierrechtsorganisation kritisiert wiederholte Massentötungen und fordert Ende der industriellen Geflügelhaltung

Dornum (Landkreis Aurich, Niedersachsen), 05.11.2026. In einer Putenmast in der Gemeinde Dornum sind nach einem erneuten Ausbruch der hochpathogenen Vogelgrippe (H5N1) rund 6.000 Puten getötet worden. Der Tierrechtsorganisation ANINOVA liegen aktuelle Foto- und Videoaufnahmen aus dem betroffenen Betrieb vor. Die Bilder dokumentieren die Verladung der bereits getöteten Tiere. Für ANINOVA sind die Aufnahmen ein erschütterndes Zeugnis der Folgen der industriellen Massentierhaltung. Die Organisation verurteilt die massenhaften Tötungen und fordert weitreichende Konsequenzen. Der Ausbruch des hochansteckenden H5N1-Virus wurde am 3. November 2026 durch das Friedrich-Loeffler-Institut amtlich bestätigt.

Die Aufnahmen zeigen die leblosen Körper der Puten, die nach der Keulung verladen werden. Tausende Tiere, die zuvor in einem Mastbetrieb gehalten wurden, sind innerhalb kürzester Zeit getötet worden. Der gesamte Tierbestand ist damit ausgelöscht worden.

"Diese Bilder sind bedrückend und machen uns fassungslos. Tausende Puten werden getötet und ihre leblosen Körper anschließend verladen. Dabei dürfen wir nicht vergessen, dass jedes einzelne dieser Tiere ein fühlendes Lebewesen war. Dass ganze Tierbestände auf diese Weise ausgelöscht werden, zeigt aus unserer Sicht einmal mehr, wie falsch das System der industriellen Massentierhaltung ist", erklärt Jan Peifer, Vorstandsvorsitzender von ANINOVA e.V.

Besonders erschreckend ist, dass es sich keineswegs um einen Einzelfall in der Region handelt. Bereits im März 2020 mussten in Dornum rund 10.000 Puten nach einem Vogelgrippe-Ausbruch getötet werden. Im November 2024 waren erneut rund 8.400 Puten in einem Betrieb nahe Dornum betroffen. Anfang Dezember 2025 folgte ein weiterer Ausbruch in der Gemeinde mit rund 10.000 Puten, Mitte Januar 2026 waren es erneut etwa 10.000 Tiere. Mit dem aktuellen Fall waren damit allein innerhalb der vergangenen zwölf Monate bei drei Ausbrüchen in Dornum insgesamt rund 26.000 Puten betroffen.

Für ANINOVA wirft diese Häufung auch Fragen nach der Verantwortung der zuständigen Veterinärbehörden auf. Die Organisation fordert Aufklärung darüber, welche konkreten Kontrollen und Präventionsmaßnahmen das Veterinäramt des Landkreises Aurich in den vergangenen Jahren durchgeführt hat, welche Konsequenzen aus den wiederholten Ausbrüchen gezogen wurden und ob die bestehenden Biosicherheitsmaßnahmen ausreichend überprüft worden sind.

"Wenn innerhalb weniger Monate in derselben Gemeinde immer wieder die Vogelgrippe ausbricht und Zehntausende Tiere getötet werden, muss auch die Frage gestellt werden, ob die zuständigen Behörden ausreichend gehandelt haben. Was wurde nach den früheren Ausbrüchen konkret unternommen, um eine Wiederholung zu verhindern? Es kann doch nicht sein, dass immer wieder ganze Bestände getötet werden und sich an den grundlegenden Bedingungen nichts ändert", kritisiert Peifer.

Auch die Unternehmensstrukturen der Geflügelindustrie verdienen Aufmerksamkeit. Wie ANINOVA auf Anfrage bestätigt wurde, wird der betroffene Standort von der Kartzfehn Märkische Puten GmbH betrieben. Das Unternehmen teilte mit, dass am 3. November 2026 die hochpathogene Aviäre Influenza (H5N1) an diesem Standort amtlich festgestellt worden sei und entsprechende Maßnahmen zur Tierseuchenbekämpfung eingeleitet wurden.

Nach Auffassung von ANINOVA verdeutlichen die wiederkehrenden Ausbrüche die grundsätzlichen Risiken der industriellen Geflügelhaltung. Wenn Tausende oder Zehntausende Tiere auf engem Raum gehalten werden, können sich hochansteckende Krankheitserreger innerhalb eines Bestandes rasch verbreiten. Gleichzeitig führt die enorme Größe der Tierbestände dazu, dass bei einem einzigen Seuchenausbruch unmittelbar Tausende Tiere betroffen sein können. Zwar können Vogelgrippeviren insbesondere durch Wildvögel in Geflügelhaltungen eingetragen werden. Die industrielle Haltung großer Tierbestände verschärft aus Sicht der Tierrechtsorganisation jedoch die möglichen Folgen eines solchen Eintrags erheblich.

Wie groß das Problem ist, zeigt ein Blick auf die Geflügelhaltung in Deutschland. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2023 rund 167 Millionen Geflügeltiere gehalten, darunter etwa neun Millionen Puten. Rund 89 Prozent der Puten lebten in Beständen von mehr als 10.000 Tieren. Niedersachsen ist dabei ein Schwerpunkt der Geflügelindustrie. Mehr als die Hälfte aller Masthühner Deutschlands wurde 2023 in Niedersachsen gehalten. Auch bei der Putenmast liegt ein Schwerpunkt in diesem Bundesland.

Für ANINOVA steht fest, dass die wiederkehrenden Massentötungen nicht losgelöst von der industriellen Tierhaltung betrachtet werden dürfen. Die Organisation verurteilt die massenhafte Tötung von Tieren und sieht darin eine weitere erschütternde Folge eines Systems, in dem Tiere ausschließlich als wirtschaftliche Ressourcen betrachtet werden. Aus Sicht von ANINOVA kann die Antwort auf die wiederkehrenden Seuchenausbrüche nicht darin bestehen, die bestehenden Haltungsbedingungen lediglich zu verbessern oder die Zahl der Tiere pro Stall zu reduzieren. Vielmehr fordert die Tierrechtsorganisation ein grundsätzliches Ende der Tierhaltung zur Lebensmittelproduktion. Statt weiterhin Millionen Tiere zu züchten, zu mästen und zu schlachten, müsse der Wandel hin zu einer pflanzlichen Ernährung konsequent vorangetrieben und politisch gefördert werden. Nur durch einen grundlegenden Systemwechsel könne das mit der Tierausbeutung verbundene Leid dauerhaft beendet werden.

"Es kann keine Lösung sein, immer größere Tierbestände zu halten, bei einem Seuchenausbruch Tausende Tiere zu töten und anschließend die Ställe wieder neu zu besetzen. Wir brauchen einen grundlegenden Wandel. Eine vegane Lebensweise ist für uns der konsequente Weg, um dieses System der Tierausbeutung zu beenden und solches Leid künftig zu verhindern", so Peifer abschließend.

ANINOVA liegen aktuelle Foto- und Videoaufnahmen aus dem betroffenen Putenmastbetrieb in Dornum vor. Das Material zeigt die Verladung der getöteten Puten nach der Keulung. Die Aufnahmen können Medienvertreter*innen für ihre Berichterstattung auf Anfrage zur Verfügung gestellt werden.

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

ANINOVA e.V.
Herr Jan Peifer
An der Autobahn 23
53757 Sankt Augustin
Deutschland

fon ..: 02241-261549-2
fax ..: 02241-261549-1
web ..: http://www.aninova.org
email : Presse@aninova.org

Der Focus von ANINOVA e.V. liegt in den Bereichen Massentierhaltung und Pelz. Die Tierrechtsorganisation zeigt mit Aufdeckungen und Undercover Recherchen auf, wie sogenannte Nutztiere in Deutschland gehalten werden. Weitere Informationen unter www.aninova.org

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