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Warum Fremdsprachenunterricht in der Schule wirkungslos ist

S Speedlearning School 7 Min. Lesezeit · 1.426 Wörter · 45 Aufrufe

Sprachtrainer Sven Frank fordert ein grundsätzliches Umdenken: Weg vom Unterricht einzelner Sprachen - hin zu einer "Fremdsprachenkunde"

Selzen, September 2026. Sieben, acht oder neun Jahre Englischunterricht - und trotzdem geraten viele Erwachsene ins Stocken, sobald sie im Ausland spontan ein Gespräch führen sollen. Mehrere Jahre Französisch und beim ersten Kontakt mit einem französischen Muttersprachler fehlt plötzlich der aktive Wortschatz.

Für den Sprachtrainer und Speedlearning-Experten Sven Frank liegt darin ein grundlegendes Problem unseres Schulsystems:

"Wir unterrichten Fremdsprachen jahrelang als Schulfächer, anstatt Kindern beizubringen, wie Sprachen funktionieren und wie man sie tatsächlich erwirbt."

Dabei ist keineswegs alles am schulischen Fremdsprachenunterricht erfolglos. Schülerinnen und Schüler erwerben Kenntnisse in Grammatik, Lese- und Hörverstehen und teilweise beachtliche fremdsprachliche Kompetenzen. Gerade für Englisch zeigt etwa der IQB-Bildungstrend positive Entwicklungen. Allerdings werden in den bundesweiten IQB-Erhebungen für Englisch und Französisch vor allem Lese- und Hörverstehen untersucht und nicht die spontane mündliche Handlungsfähigkeit im Alltag.

Genau dort sieht Frank das entscheidende Problem.

Eine Sprache kennen - oder eine Sprache benutzen?

Wer sieben Jahre Mathematikunterricht hatte, soll rechnen können. Wer jahrelang Sport betreibt, soll sich bewegen können. Und wer sieben bis neun Jahre eine Fremdsprache lernt, sollte sich eigentlich selbstverständlich in ihr unterhalten können.

Doch zwischen "Ich kenne diese Sprache aus der Schule" und "Ich kann diese Sprache spontan benutzen" liegt für viele Menschen eine erstaunlich große Lücke.

Frank sieht dafür mehrere Ursachen: Im Unterricht werden Fehler bewertet, Grammatikregeln erklärt, Vokabeln abgefragt, Texte analysiert und Klassenarbeiten geschrieben. Das alles kann sinnvoll sein. Das eigentliche Training des Gehirns, Wörter und Strukturen innerhalb von Sekundenbruchteilen aktiv abzurufen, komme jedoch häufig zu kurz.

Eine Sprache wird damit teilweise wie ein Wissensfach behandelt.

Doch Sprechen ist keine reine Wissensleistung.

Sprechen ist eine automatisierte Fähigkeit.

"Sie können sämtliche Verkehrsregeln auswendig kennen und deshalb trotzdem noch kein Auto fahren", erklärt Frank. "Genauso können Sie Grammatikregeln erklären und Hunderte Vokabeln übersetzen und trotzdem in einem Gespräch sprachlos sein."

Das Beispiel Latein zeigt das Grundproblem besonders deutlich

Besonders deutlich werde die traditionelle Vorstellung von Sprachunterricht beim Lateinunterricht.

Schülerinnen und Schüler beschäftigen sich teilweise über viele Jahre intensiv mit Grammatik, Formenlehre, Übersetzung und Textanalyse. Trotzdem besteht das Unterrichtsziel normalerweise nicht darin, anschließend spontan auf Latein zu kommunizieren.

Das ist kein Versagen einzelner Lateinlehrkräfte, sondern Teil der Konzeption des Faches.

Als Argumente für Latein werden häufig das bessere Verständnis grammatischer Strukturen, die Beschäftigung mit europäischer Kulturgeschichte, Vorteile beim Verständnis von Fremdwörtern und Fachterminologie sowie eine mögliche Unterstützung beim späteren Lernen romanischer Sprachen genannt.

Frank stellt jedoch die Frage:

Wie viel davon ist Jahre nach dem Abitur tatsächlich noch aktiv verfügbar?

Auch angehende Ärzte und Juristen müssten große Teile ihrer jeweiligen Fachterminologie im Studium neu erwerben. Und mehrere Jahre Lateinunterricht führten keineswegs automatisch dazu, anschließend fließend Italienisch, Spanisch, Französisch oder Portugiesisch zu sprechen.

"Wenn das Hauptargument lautet, Latein erleichtere später andere Sprachen, sollten wir überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, Schülerinnen und Schülern direkt beizubringen, wie man neue Sprachen lernt."

Was der Musikunterricht dem Fremdsprachenunterricht voraus hat

Frank zieht einen Vergleich zum Musikunterricht.

Dort lernen Schülerinnen und Schüler nicht ausschließlich ein bestimmtes Instrument. Sie beschäftigen sich auch mit übergeordneten Prinzipien: Rhythmus, Tonarten, Intervalle, Harmonien, Akkorde oder musikalische Strukturen.

Wer verstanden hat, wie Musik aufgebaut ist, kann dieses Wissen später auf unterschiedliche Instrumente übertragen.

Eine Tonika bleibt eine Tonika, unabhängig davon, ob sie auf Klavier, Gitarre oder Akkordeon gespielt wird.

Warum gibt es ein solches übergeordnetes Fachprinzip nicht auch für Sprachen?

Frank schlägt deshalb vor, den klassischen Fremdsprachenunterricht zumindest teilweise durch eine neue Perspektive zu ergänzen:

Fremdsprachenkunde statt ausschließlich Englisch-, Französisch- oder Spanischunterricht

In einer solchen Fremdsprachenkunde würden Schülerinnen und Schüler zunächst lernen, was allen Sprachen gemeinsam ist:

Wie speichert das Gehirn Wörter?

Wie entsteht aktiver Wortschatz?

Wie automatisiert man Satzstrukturen?

Wie funktioniert Aussprache?

Wie erkennt man Wortfamilien?

Wie erschließt man sich unbekannte Wörter?

Wie nutzt man Internationalismen?

Wie funktionieren Zeitformen, Fälle, Satzstellung, Präpositionen und grammatische Kategorien in unterschiedlichen Sprachsystemen?

Und vor allem:

Wie lernt man selbstständig eine neue Sprache?

Unser Gehirn führt Sprachen nicht in voneinander abgeschotteten Schubladen

Auch Erkenntnisse der Psycholinguistik sprechen gegen die Vorstellung vollständig voneinander isolierter Sprachspeicher.

Forschung zum mehrsprachigen mentalen Lexikon zeigt, dass bei mehrsprachigen Menschen Wörter verschiedener Sprachen miteinander interagieren und zum Teil gleichzeitig aktiviert werden. Die Sprachen sind also keineswegs vollständig getrennte Systeme, sondern auf lexikalischer und konzeptueller Ebene eng miteinander vernetzt.

Für Frank ergibt sich daraus eine einfache didaktische Konsequenz:

Neue Wörter sollten nicht wie isoliertes Schulwissen behandelt werden, sondern als Erweiterung eines bereits vorhandenen sprachlichen und begrifflichen Netzwerkes.

Ein Mensch lernt schließlich sein ganzes Leben lang neue Bezeichnungen.

Den Namen eines neuen Kollegen, einer Stadt oder einer neuen Marke. Aber auch einen medizinischen Fachbegriff, ein Fremdwort oder eben ein englisches, französisches beziehungsweise italienisches Wort.

Aus Sicht des Lernens muss für all diese neuen Informationen eine Verbindung zwischen einem Begriff, seiner Bedeutung, seinem Klang und gegebenenfalls seiner Schreibweise entstehen.

Frank vergleicht diesen Prozess vereinfacht mit dem Umgang mit Dialekten:

"Ein Kind lernt sehr schnell, dass Brötchen, Weck, Semmel oder Schrippe unterschiedliche Wörter für ein ähnliches Gebäck sein können. Niemand gibt ihm dafür jahrelang Vokabeltests. Es erweitert einfach sein sprachliches Wissen."

Genau diese Selbstverständlichkeit müsse auch beim Fremdsprachenlernen entstehen.

Das Problem ist nicht das Gedächtnis, sondern die Lernstrategie

Dass Menschen nach vielen Jahren Schulunterricht eine Sprache nicht spontan sprechen, bedeutet deshalb nicht, dass sie sprachlich unbegabt sind.

Frank zufolge wurde häufig schlicht das Falsche automatisiert.

Wer jahrelang Wörter hauptsächlich über Listen, Übersetzungsaufgaben und Tests trainiert, wird gut darin, Wörter unter diesen Bedingungen wiederzuerkennen oder abzurufen.

Ein reales Gespräch funktioniert jedoch anders.

Dort bleibt keine Zeit, erst eine deutsche Formulierung zu entwickeln, im Kopf eine grammatische Regel zu suchen, anschließend einzelne Wörter zu übersetzen und daraus einen Satz zusammenzubauen.

Sprache muss unmittelbar verfügbar sein.

Deshalb fordert Frank einen deutlich höheren Anteil von Sprechen, Hören, Wiederholen, situativem Lernen und aktivem Abruf.

Das eigentliche Bildungsziel sollte Sprachlernfähigkeit sein

Die entscheidende Frage lautet für Frank deshalb nicht:

Welche Fremdsprache sollte ein Kind sieben Jahre lang lernen?

Sondern:

Was müsste ein Kind nach sieben Jahren Sprachunterricht grundsätzlich über das Lernen von Sprachen wissen und können?

Seine Antwort:

Ein Schulabgänger sollte nicht nur Kenntnisse in Englisch oder Französisch besitzen. Er sollte verstanden haben, wie sein eigenes Gehirn Sprachen lernt, wie er Wortschatz aufbaut, wie er Sprache automatisiert und wie er sich bei Bedarf selbstständig eine dritte, vierte oder fünfte Sprache erschließt.

Frank fordert deshalb keine Abschaffung des Fremdsprachenunterrichts.

Er fordert seine Weiterentwicklung.

"Die Schule sollte nicht nur Fremdsprachen unterrichten. Sie sollte Fremdsprachenlerner ausbilden."

Denn in einer internationalen und zunehmend digital vernetzten Welt sei nicht entscheidend, welche Vokabelliste jemand mit 14 Jahren auswendig gelernt habe.

Entscheidend sei, ob dieser Mensch auch mit 30, 40 oder 60 Jahren in der Lage ist, sich selbstständig eine neue Sprache anzueignen und sie tatsächlich zu benutzen.

Über Sven Frank

Sven Frank ist Sprachtrainer und Entwickler der Speedlearning-Methode. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Fremdsprachen, Gedächtnistraining, mentalen Lerntechniken und der Frage, wie Menschen Sprachen schneller in die aktive Anwendung bringen können. Sein Ansatz verbindet Sprachtraining mit Lernpsychologie, Gedächtnistechniken und konsequentem aktivem Sprachgebrauch.

Pressekontakt

Sven Frank
Selzen, Rheinhessen

Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:

Speedlearning School
Herr Sven Frank
Sigebaldstr. 13
55278 Selzen
Deutschland

fon ..: 01733682780
web ..: https://sven-frank.com
email : info@speedlearning.academy

Sven Frank gilt als Europas bekanntester polyglotter Sprachtrainer für schnelles Sprachenlernen mit der Speedlearning-Methode.

Mit seiner Methode hilft Sven Frank Menschen, Fremdsprachen schneller, klarer und alltagsnah zu lernen. Anstatt Lernende mit endlosen Listen, komplizierter Grammatik oder unstrukturiertem Üben zu überfordern, baut sein Konzept den Lernprozess Schritt für Schritt auf, so dass nachhaltige Fortschritte möglich werden und die Sprache tatsächlich angewendet werden kann.

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