Stromkosten 2027: Was Betriebe bei ihrer Energieplanung jetzt prüfen sollten
Strompreise schwanken, Netzkosten ändern sich. Fünf Fragen helfen Unternehmen zu klären, welchen Teil ihres Energiebedarfs sie selbst Einfluss haben. Das zeigt ein neuer Energiecheck für Betriebe.
Montagmorgen, kurz nach sieben. In der Werkstatt oder Produktionshalle laufen die ersten Maschinen an, die Lüftung startet, Kompressoren springen zu. Gegen Mittag kommen vielleicht Ladepunkte für Firmenfahrzeuge hinzu. Am Wochenende steht dagegen ein großer Teil des Betriebs still.
Auf der Jahresabrechnung sieht man von diesem Rhythmus wenig. Dort steht vor allem eine Zahl: der Stromverbrauch. Für die Energieplanung ist sie wichtig, aber sie erzählt nur die halbe Geschichte.
Denn ob sich eigener Solarstrom für einen Betrieb sinnvoll nutzen lässt, hängt nicht nur davon ab, wie viel Strom das Unternehmen verbraucht. Mindestens genauso wichtig ist, wann es ihn braucht.
Strompreise 2027: Planen trotz unsicherer Entwicklung
Mit Blick auf 2027 gibt es unterschiedliche Signale. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes zahlten Nicht-Haushalte, darunter Unternehmen und Gewerbebetriebe, im ersten Halbjahr 2026 vorläufig durchschnittlich 17,64 Cent je Kilowattstunde Strom. Das waren 8,3 Prozent weniger als im zweiten Halbjahr 2025.
Gleichzeitig steigen die vorläufigen Entgelte der Übertragungsnetzbetreiber im kommenden Jahr. Was das für die einzelne Stromrechnung bedeutet, lässt sich daraus noch nicht ableiten. Stromverträge, regionale Netzentgelte, Verbrauch und Leistungsspitzen unterscheiden sich von Betrieb zu Betrieb.
Statt den Strompreis der nächsten Jahre möglichst genau erraten zu wollen, lohnt deshalb eine andere Frage:
Welchen Teil unserer Energiekosten können wir überhaupt selbst beeinflussen?
Der neue, kostenlose Leitfaden "Solarstrom für den Betrieb" von Energiecheck Betrieb erläutert diese Frage anhand von Praxisbeispielen und einer Checkliste für die Investitionsentscheidung. Fünf Punkte gehören zu den wichtigsten Überlegungen.
1. Was kostet der Strom im eigenen Betrieb?
"Der Gewerbestrompreis" ist zunächst nur ein Durchschnittswert. Für eine Investitionsentscheidung zählt der eigene Vertrag.
Unternehmen sollten deshalb prüfen, wie sich ihre Stromkosten zusammensetzen, wie sich der Verbrauch in den vergangenen Jahren entwickelt hat und wann der aktuelle Liefervertrag ausläuft. Bei größeren Betrieben spielt neben dem Arbeitspreis häufig auch der Leistungspreis eine Rolle.
Noch wichtiger ist der Blick auf den zeitlichen Verbrauch.
2. Wann wird der Strom gebraucht?
Zwei Unternehmen können jeweils 500.000 Kilowattstunden im Jahr verbrauchen und trotzdem völlig unterschiedliche Voraussetzungen für Photovoltaik haben.
Arbeitet ein Betrieb überwiegend tagsüber, kann er Solarstrom häufig direkt nutzen. Liegt ein großer Teil des Verbrauchs nachts oder am Wochenende, sieht die Rechnung anders aus.
Deshalb gehört das Lastprofil an den Anfang der Planung. Es zeigt, wann Grundlasten und Spitzen auftreten und wie gut der Verbrauch zur Solarstromerzeugung passt.
Die einfache Regel lautet deshalb: Lastprofil vor Dachfläche.
3. Wie viel Dach lässt sich wirklich nutzen?
Große Gewerbe- oder Hallendächer wirken auf den ersten Blick wie ideale Solarflächen. Doch nicht jeder Quadratmeter steht für Module zur Verfügung.
Lichtkuppeln brauchen Abstand, Wartungs- und Rettungswege müssen frei bleiben. Hinzu kommen Statik, Dachzustand, Brandschutz und technische Aufbauten.
Bei rund 2.500 Quadratmetern tatsächlich nutzbarer Dachfläche könnte - je nach Gebäude, Modulen und Anordnung - beispielsweise eine Anlage in einer Größenordnung von 400 bis 500 Kilowattpeak denkbar sein. Für ein vereinfachtes Beispiel lässt sich konservativ mit rund 300.000 Kilowattstunden Solarstrom im Jahr rechnen.
Für ein reales Projekt braucht es allerdings immer eine konkrete Prüfung des Standorts.
4. Wie viel Solarstrom bleibt tatsächlich im Betrieb?
Hier liegt ein häufiger Denkfehler: Eine Anlage, die 300.000 Kilowattstunden Strom erzeugt, spart nicht automatisch dieselbe Menge Netzstrom.
Entscheidend ist, wie viel davon das Unternehmen zeitgleich selbst nutzen kann, zum Beispiel für die Kühlanlage, Produktionsmaschinen, Heizungen oder Elektrofahrzeuge.
Nehmen wir einen Betrieb mit 500.000 Kilowattstunden Jahresverbrauch. Seine Solaranlage erzeugt 300.000 Kilowattstunden. Aufgrund eines passenden Lastprofils können davon 250.000 Kilowattstunden direkt im Unternehmen genutzt werden. Die übrigen 50.000 Kilowattstunden werden beispielsweise eingespeist.
Der Netzbezug sinkt damit rechnerisch auf 250.000 Kilowattstunden.
Was das für Preisrisiken bedeuten kann, zeigt eine einfache Rechnung: Steigt der relevante Netzstrompreis um fünf Cent je Kilowattstunde, würde dies ohne eigene Stromerzeugung rechnerisch 25.000 Euro Mehrkosten im Jahr verursachen.
Bei nur noch 250.000 Kilowattstunden Netzbezug wären es 12.500 Euro.
Das ist keine Wirtschaftlichkeitsrechnung für eine Photovoltaikanlage. Investition, Finanzierung, Wartung, Versicherung oder Einspeiseerlöse fehlen darin. Die Rechnung zeigt lediglich: Wer weniger Strom zukaufen muss, ist mit diesem Teil seines Verbrauchs auch weniger stark von Strompreis-Schwankungen betroffen.
5. Wie sieht der Betrieb in einigen Jahren aus?
Eine Solaranlage bleibt viele Jahre auf dem Dach. Deshalb sollte die Planung nicht nur den heutigen Strombedarf betrachten.
Vielleicht wird der Fuhrpark schrittweise elektrifiziert. Vielleicht kommen neue Maschinen, Wärmepumpen oder elektrische Prozesse hinzu. Umgekehrt können Effizienzmaßnahmen den Verbrauch senken.
Auch ein Batteriespeicher sollte nicht automatisch zum Paket gehören. Zuerst muss klar sein, welche Aufgabe er übernehmen soll: Soll er Solarstrom in spätere Stunden verschieben, Lastspitzen reduzieren oder Ladeinfrastruktur unterstützen?
Ähnliches gilt für den Netzanschluss. Gerade bei größeren Anlagen sollte früh geklärt werden, welche Leistung am Standort möglich ist und welche Anforderungen der Netzbetreiber stellt.
Lieber mit mehreren Szenarien rechnen
Eine einzelne Amortisationszahl kann bei einer Investition über viele Jahre mehr Sicherheit suggerieren, als tatsächlich vorhanden ist.
Aussagekräftiger sind mehrere Szenarien: Was passiert, wenn Strompreise steigen oder fallen? Wie verändert sich das Ergebnis bei einem niedrigeren Eigenverbrauch? Welche Folgen hat eine spätere Elektrifizierung des Fuhrparks?
So wird Photovoltaik nicht zur Wette auf steigende Strompreise, sondern zu einem möglichen Baustein einer langfristigen Energieplanung.
Unternehmen, die ihre Ausgangssituation zunächst grob einordnen möchten, können dafür den kostenlosen Energiecheck Betrieb nutzen. In fünf kurzen Schritten geht es um Betriebsart, Stromverbrauch, Verbrauchszeiten, verfügbare Flächen und künftige Ziele. Das Ergebnis wird direkt angezeigt; persönliche Kontaktdaten sind dafür nicht erforderlich.
Der kostenlose Leitfaden "Solarstrom für den Betrieb" vertieft die wichtigsten Fragen, von Lastprofil und Dach über Netzanschluss und Speicher bis zur Wirtschaftlichkeit und Prüfung von Angeboten.
Weitere Informationen und Energiecheck:[energiecheck-betrieb.de](https://energiecheck-betrieb.de/)
Der Energiecheck Betrieb ist ein redaktionelles Projekt der infokontor GmbH in Köln. Für eine optionale persönliche Beratung arbeitet infokontor mit professionellen Energieexperten zusammen. Die Kooperation hat keinen Einfluss auf die redaktionelle Erstellung und Auswertung des Energiechecks.
Verantwortlicher für diese Pressemitteilung:
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Frau Sonja Kittel
Bodinusstr. 1
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Deutschland
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